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Geschichte

Unser Kirche Selben – ein Geschichtsabriss

 

Wir schreiben das Jahr 1289. Selben wird erstmalig im Lehenbuch des Marktgrafen von Meißen urkundlich erwähnt. In diesem wird unser Ort, wie auch die Umgebung von Delitzsch, als sehr morastig und sumpfig beschrieben.

                 

Die Selbener Kirche, eine spätgotische Saalkirche ist um 1500 erstmalig genannt, wobei deren Baujahr bisher nicht eindeutig feststeht. Diese Kirche weist eine Besonderheit auf, die nicht so häufig unter den Dorfkirchen zu finden ist. Sie ist als Feldsteinbau errichtet. Die Feldsteine des flachgegründeten Fundaments sind in ein Kalk-Sandstein-Gemisch eingebettet – eine Bauweise die heute unvorstellbar ist. Diese Bauweise hat aber über 500 Jahre in dem morastigem und sumpfigem Gelände standgehalten – und warum? Weil sich der Untergrund in Ruhe und im Gleichgewicht befand, und zwar so lange, bis der Mensch in die Geologie eingriff.

 

Der mit Backsteinen versetzte alte Feldsteinbau ähnelt in seiner Gliederung in Saal und Chor vielen anderen Dorfkirchen, aber statt einer Turmanlage erhebt sich am Westgiebel des Schiffs ein quadratischer, tief in die Dachkonstruktion eingelassener Turmaufsatz mit schlanker hoher Spitze. Dieser hölzerne Dach- bzw. Giebelreiter, vermutlich erst in einer späteren Bauperiode aufgesetzt, war etwa um 1966 mit einer „deutschen Schieferdeckung“ (das heißt Platten mit schräg stehenden Reihen) eingedeckt worden. In seiner Funktion als Glockenstuhl war er ursprünglich mit zwei unterschiedlich großen Bronzeglocken ausgestattet, von denen nur die größere erhalten ist.

Noch bis Anfang des Jahres 2006 hinterließ die Kirche mit den vernagelten Fenstern einen fast vergessenen Eindruck, aber im Herbst desselben Jahres setzten erste Rekonstruktionsmaßnahmen ein.

Das Gebälk des Glockenstuhls wurde erneuert und danach (2007) das Dach neu eingedeckt. Besonders von der Nordseite her, wo sich die Dachhaut weit über die innen tonnengewölbte Sakristei herunterzieht, wird der besondere bauliche Reiz der alten Dorfkirche sichtbar.

Im Chor steht ein barocker Kanzelaltar, dessen hölzerne Aufbauten mit seitlichen Abendmahlsdurchgängen direkt an den blockhaften, massiven Altartisch anschließen. Der Kanzelhinterbau wird oben von einem durchbrochenen geschweiften und ornamental verzierten Giebelaufsatz gekrönt. Der Kanzelkorb mit gedrehtem Säulchen am Fuß enthält in den eingelassenen Bogenfeldern Ölmalereien mit teilweise noch gut ablesbaren biblischen Figuren und Szenen.

 

Von besonderer Bedeutung ist die etwas erhöht in die nördliche Chorwand eingelassene spätgotische Sakramentsnische, die auf die Entstehungszeit der Kirche zurückführt. Die spitzbogische Tür mit den eisernen Bändern und dem historischen Schloss ist noch verschließbar und wird von einer rechteckigen Maßwerkrahmung umgeben.

 

(Quelle: Auszüge aus dem Buch „Die Glocken von Werbelin und Buschenau“)

In Selben konstruierte sich ein Förderkreis, der sich mit Eigenleistungen und Spenden für die weitere Instandsetzung der Kirche einsetzt.

 

                                                 

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